Verbandstag der hessischen Zimmermeister und Holzbaukongress

Wirtschaftslage bleibt stabil

Das hessische Zimmererhandwerk hält seine stabile Wirtschaftslage. Das betonte der Vorsitzender Walter Maiß beim 65. Verbandstag der hessischen Zimmermeister und 11. Kasseler Holzbaukongress am Freitag, 20. März 2015, in der Bad Orber Konzerthalle. Die positive Entwicklung im Wohnungsbau dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den Ballungszentren zurzeit 500 000 Wohnungseinheiten fehlten. „Diese Unterdeckung im Wohnungsbau ist noch nicht kompensiert. Das Mehrfamilienhaus hat Priorität. Wir müssen Wohnungen schaffen, wo Arbeit ist“, hob Walter Maiß hervor.

von links: Obermeister Josef Hergenröder, stv. Obermeister Thomas Christ, Landrat Erich Pipa, Bürgermeisterin der Stadt Bad Orb Helga Uhl, Landtagsabgeordneter Michael Reul und Vorstandsvorsitzender des Landesinnungsverbandes Walter Maiß.
von links: Obermeister Josef Hergenröder, stv. Obermeister Thomas Christ, Landrat Erich Pipa, Bürgermeisterin der Stadt Bad Orb Helga Uhl, Landtagsabgeordneter Michael Reul und Vorstandsvorsitzender des Landesinnungsverbandes Walter Maiß.


Geschäftsführer Helmhard Neuenhagen sprach von einem leicht gebremsten Wachstum der Wohnungsbauinvestitionen. Laut Prognosen werde ein Plus von gut zwei Prozent erreicht. „Das Bauen im Bestand, probates Bauen im mehrgeschossigen Holzbau und die Sanierungsfälle in den Ballungszentrum bestimmen die Wachstumsdynamik. Die Konsolidierung der öffentliche Haushalte hemmen dagegen die Bauvorhaben.“ Die allgemeinen wirtschaftlichen Erwartungen im hessischen Zimmererhandwerk hätten sich leicht eingetrübt. Dies sei aber von Region zu Region unterschiedlich zu bewerten.

Bei der Tagung der Obermeister sei ausführlich über die Weiterentwicklung des Kasseler Bundesbildungszentrums zu einem bundesweiten Kompetenz-Zentrum für das Zimmerer- und Ausbaugewerbe gesprochen worden, informierte Vorsitzender Walter Maiß. Für die Energetische Sanierung und Umbau der Gebäude würden in den kommenden zwei Jahren rund vier Millionen Euro investiert. „Wir haben dort im Jahre 2014 39 neue Jungmeister ausgebildet. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer blieben zu weiteren Fortbildungslehrgängen an der Schule“, berichtete Neuenhagen.

Die Betriebe hätten die Notwendigkeit zu einer qualifizierten Ausbildung erkannt. Dazu gehöre betriebswirtschaftliches, juristisches Wissen ebenso wie die Fähigkeit, flexibel auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. „Der Zimmermeister muss heute ein Allroundtalent sein, das bereit ist über den Tellerrand zu schauen“, betonte Josef Hergenröder, Obermeister der gastgebenden Zimmerer-Innung Gelnhausen Schlüchtern. Der Verbandstag, an dem rund 150 Meister teilnahmen, widmete sich dem Themenschwerpunkt Beschwerden-Management und EU-Verbraucherrichtlinien. Dr. Burkhardt Siebert erläuterte die neuen Regularien und ihre Auswirkungen auf den Bauvertragsabschluss.

Unternehmercoach Heiko Ciesinski (Quelle: Osthessen News)
Unternehmercoach Heiko Ciesinski (Quelle: Osthessen News)

Über den Umgang mit unzufriedenen und verärgerten Kunden referierte Unternehmer-Coach Heiko Ciesinski. Die Hälfte der Kunden gingen unzufrieden aus einem Beschwerdegespräch heraus. „Ein solches Gespräch kostet Zeit. Einen neuen Kunden zu gewinnen, ist aber fünfmal teurer“, so der Coach. Die Handwerksbetriebe dürften niemals vergessen, dass Nachbetreuung auch Akquise sei. „Der Umgang mit Beschwerden ist ein reines Kommunikationsthema. Hierbei spielen Körpersprache und Tonfall eine wichtige Rolle“, so Ciesinski. „Wir können nicht nicht kommunizieren. Die Wortwahl macht in solchen Unterhaltungen sieben Prozent aus, die Körpersprache 55 Prozent und die Stimme 38 Prozent.“

Ein Lächeln höre man auch am Telefon. Er empfahl bei schwierigen Telefonaten aufzustehen und hin- und her zu gehen. Das entspanne. „An Beschwerdehotlines gibt es viele Frauen. Sie sind einfühlsamer und empathischer. Männer sind rauer und direkter.“ Die Grundfrage, ob man Beschwerden vermeiden sollte, beantwortete der Unternehmer-Coach mit „Jein“. Auf Fehler aufmerksam gemacht zu werden, sei wichtig, um sie abzustellen. Ein Beschwerde sei wie ein Geschenk.

Großen Zuspruch fand die angegliederte Infobörse mit 40 Ausstellern aus ganz Hessen. Von der Datentechnik für den Holzbau, über Baustoffe für energetische Sanierung bis zur Dach- und Solartechnik: Die Teilnehmer am Verbandstag hatten reichlich Gelegenheit, sich eine Fülle von Informationen zu holen und anregende Fachgespräche zu führen.

Ein Glanzlicht des Verbandstags war der Zunftabend am Freitag. Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, sprach einige Grußworte ebenso wie Josef
Hergenröder, Obermeister der heimischen Zimmerer-Innung Gelnhausen-Schlüchtern. Dieser durfte sich an diesem Abend als Honorierung seiner langjährigen Tätigkeit und seines Engagements als Obermeister über die Silberne Ehrennadel des
Bundesverbandes der Zimmerer freuen. Überreicht wurde sie durch den Vorstandsvorsitzenden des Landesverbandes Walter Maiß und den Geschäftsführer des hessischen Zimmererverbandes Helmhard Neuenhagen. Auch Kreishandwerksmeister Ottmar Hutzenlaub sowie der stellvertretende Obermeister Thomas Christ gratulierten herzlich. Ebenfalls geehrt wurde Bernd Hergenröder. Ihm wurde als Auszeichung seiner hervorragenden Ausbilderleistung eine Urkunde überreicht. Sein Auszubildender Kevin Hofacker wurde 2014 Landessieger und dritter Bundessieger des Praktischen Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks im Zimmererhandwerk in Hessen.

Auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm, unter anderem mit der Tanzgruppe „Die Fidelen Jossataler“ und dem Zauberkünstler und Bauchredner „Magic Charles“ alias Olaf Scharlemann, sorgte für einen insgesamt unterhaltsamen und gelungenen Gemeinschaftsabend.

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