Alle 14 Meisterstücke des Tischlerhandwerks in der Schlüchterner Stadthalle fanden am Wochenende, 14. - 17. Oktober 2011, das Wohlwollen der Prüfungskommission. An zweien der Meisterstücke fanden die Experten keinen Grund zum Punktabzug und vergaben 100 Punkte. Beide sind Präsentationsmöbel, zeigen sich nach außen schlicht und von außerordentlicher Qualität und verbergen innen eine überraschende Funktionalität. Mark Erbst auf Schlüchtern und Marco Ziegler aus Jossa heißen die beiden Jungmeister, denen diese außergewöhnliche Leistung gelang.
Insgesamt zeichne sich dieser Meisterkurs neben den überaus guten Noten – fünf Mal vergaben die Prüfer die Note „sehr gut“ und fünf Mal die Note „gut“ für die Meisterstücke – durch ihren guten Teamgeist aus, befand Rudolf Walt, der Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses der Handwerkskammer Wiesbaden für das Tischlerhandwerk.
Ottmar Hutzenlaub, dem Kreishandwerksmeister und Obermeister der Tischlerinnung Gelnhausen-Schlüchtern, ging „das Herz auf, als er die schönen Meisterstücke sah“. Und so gratulierte er herzlich zu diesen Meisterleistungen auf hohem Niveau. Die Stücke könnten sich bundesweit sehen lassen und brauchten keinen Vergleich zu scheuen. Das Tischlerhandwerk präsentiere sich mit diesen Meisterstücken modern und offen für Neues, kreativ und gleichzeitig konservativ in Qualität und handwerklichem Können.
Landesinnungsmeister und ehemaliger Präsident des Bundesverbandes der Tischler, Günter Füllgraf, machte auf die vielschichtigen Anforderungen aufmerksam, die die jungen Meister in ihrem Berufsleben erwarten. Heute sei der Meister Disponent und Koordinator für die Tätigkeiten seiner Mitarbeiter. En benötige neben dem technisch-handwerklichen Können auch die Fähigkeit, Mitarbeiter zu führen. Er müsse Aufgaben in Planung, Koordination und Kontrolle übernehmen. Bei den Führungs- und Entscheidungsprozessen im Betrieb müssten die jungen Meisterkreativ bleiben, denn Form und Gestaltung seien die große Chance des Tischlerhandwerks.

Entsprechend der neuen Ausbildungsordnung für das Tischlerhandwerk seien die Meisterstücke als am Kunden orientierte Aufträge entstanden, informierte Rudolf Wald die zahlreichen Gäste der Präsentation der Meisterstücke. Entsprechend der an den Kompetenzen orientierten Prüfungen, seien die Meisterstücke mit einer auf den jeweiligen Raum bezogenen Planung verbunden gewesen und es galt, die einzelnen Planungs- und Arbeitsschritte zu dokumentieren. Auch Schlüchtern Bürgermeister Falko Fritzsch und Sigrid Schindler für den Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises bestaunten die Arbeiten. Zehn der Meisterschüler beenden ihren Meisterkurs mit der Fertigstellung der Meisterstücke. Vier von ihnen müssen jedoch noch weiter lernen, um theoretische Prüfungsteile zu bestehen.
Olav Jehn war als Dozent im Entstehungsprozess der Meisterstücke dabei. Er stellte die jungen Meister und Meisteranwärter sowie ihre Meisterstücke dem staunenden Publikum vor.
Das ganze Wochenende hatten Interessenten die Möglichkeit sich die Werke in der Stadthalle Schlüchtern anzusehen.
Quelle: GNZ

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